Freude am Gregorianischen Choral

1. Der gregorianische Choral ist ein "heiliger Gesang".

Es muß gute Gründe geben, daß die hl. Ritenkongregation im Jahre 1958 verkündete: "Der gregorianische Choral ist ein heiliger Gesang, der eigentliche und vorzüglichste Gesang der römischen Kirche und er ist den übrigen Arten kirchlicher Musik vorzuziehen".
Viele Heilige, z.B. der hl. Ambrosius (+397), der hl. Papst Leo l. (+461) und der hl. Papst Gregor l. (+604), haben sich in der Vergangenheit um einen würdigen Gesang für den Gottesdienst bemüht. Dieser Gesang hat eine lange Tradition bis in unsere Zeit erhalten. Er wurde In den Hallen der "Heiligen", in den Klöstern, als Mittel der Gottesverehrung würdig erachtet, gepflegt und geübt. Von den Griechen hatten die Väter der Kirche gelernt, daß Musik einen guten wie schlechten Einfluß auf die Seele nehmen kann, so daß diese nur Modulationen für den Gesang verwandten, die den Menschen zur Reinheit, Ernsthaftigkeit und Sittsamkeit anregen konnten.
Der Inhalt der Gesänge ist meistens aus den Psalmen entnommen, von denen der große Bischof Athanasius sagte, daß "es keine religiöse Stimmung gibt, die nicht in einem Psalm ihren poetischen und frommen Ausdruck gefunden habe". Die Psalmen bringen alle Gemütsbewegungen zum Ausdruck, die der Christ erfährt, Buße, Reue, Trübsal, Verfolgung, Trauer, Friede, Hoffnung und Glück.
Ein Schriftsteller des 4. Jh. führt uns zusammenfassend die vielen Vorzüge des Chorals vor Augen: "Denn das Lied erweckt die Seele zu einer glühenden Sehnsucht nach dem, was im Liede dargestellt ist; es besänftigt die vom Fleisch aufsteigenden Leidenschaften; es wehrt die uns von den unsichtbaren Feinden erregten bösen Gedanken ab; es betaut die Seele, daß sie fruchtbar wird in der Hervorbringung mannigfaltiger Güter; es macht die frommen Kämpfer edel und stark in Bezug auf das Ertragen furchtbarer Übel; es wird den Frommen zu einer heilenden Salbe aller Wunden, die das Lebend schlägt: "Schwert des Geistes" nennt Paulus das Lied, weil es die frommen Krieger wider die unsichtbaren Feinde wappnet; denn es ist "Wort Gottes", welches, wenn es im Geiste bewegt, gesungen und vorgetragen wird, die Kraft hat, die Dämonen zu vertreiben."


2. Die Bedeutung der Choralschola

Wie wir soeben lasen, ist es das "Wort Gottes", das im Geiste bewegt, gesungen und vorgetragen wird. Der Christ betrachtet die Großtaten Gottes in seinem Herzen, wie es auch Maria, die Mutter Jesu, in ihrem ganzen Leben getan hat. Die Sänger betrachten während dem Hl. Opfer in melodischer Weise die Geheimnisse Gottes, wie Maria es in ihrem Inneren getan hat. Daher haben die Sänger innerhalb der Liturgie ein bedeutsames Amt zu verrichten.

3. Das Volk

Wegen der Schwierigkeit des Choralgesanges beteiligt sich das Volk an den gleichbleibenden Teilen des Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei.
Während des Vortrages durch die Choralschola hat der Gläubige die Möglichkeit, die gesungenen Texte in seinem Schott zu betrachten. Die Texte beziehen sich in ihrer Aussage Immer auf das Tagesfest und bringen dem Gläubigen die Geheimnisse Gottes näher. Der Christ soll ja ein beschaulicher und betrachtender Mensch sein, und nicht aus Gewohnheit und Routine dem Gottesdienst beiwohnen.
Natürlich ist es wünschenswert, daß der Choral möglichst gut gesungen wird. Ein Historiker des 8. Jh. beklagte sich über den holprigen und schreienden Gesang der Germanen zu seiner Zeit. Die Historiker unserer Zeit sollen nicht dasselbe berichten müssen.
Stimmen gesucht! ?

Unser Chor und unsere Schola heißen jede neue Stimme willkommen zur Verschönerung der Liturgie